Bakterien und ihr positiver Einfluss auf den menschlichen Körper

Natürliche Vielfalt ist gut für gesunde Haut Haut

Natürliche Vielfalt von Bakterien in der Hautflora. Natural Diversity

Viele Eltern sorgen sich um die Gesundheit ihrer Kinder: sie sollen nicht im Dreck spielen, Vorsicht üben bei Pflanzen im Wald und auf der Wiese, nicht alle Tiere anfassen. Doch diese Sorge ist oft unbegründet. Mehr noch: Sie schadet möglicherweise einer gesunden Bakterien-Vielfalt auf der Haut. Wissenschaftler haben festgestellt: Es gibt einen signifikanten Zusammenhang zwischen einer geringen Bakterien-Vielfalt in der Umgebung sowie geringem Kontakt Heranwachsender zur natürlichen Umwelt und Artenvielfalt (Biodiversität) einerseits und der Diversität des Mikrobioms, also der Bakterien-Vielfalt auf der Haut der Heranwachsenden andererseits. Und am interessantesten: Je weniger Vielfalt, desto höher ist das Risiko für atopische Dermatitis und Ekzeme, also Allergien oder Neurodermitis. Ist ihre Vielfalt groß, ist auch der Schutz hoch.

Symptome von Neurodermitis sind oft extrem trockene Haut, vor allem in den Armbeugen und an Händen, sowie starker Juckreiz. Betroffene kratzen sich, was die Haut schädigt, dadurch kommt es zu oft nässenden Ekzemen und Wunden, was zu Infektionen mit schädlichen Bakterien, Keimen oder Pilzen führen kann.

Bei Allergien und Neurodermitis kann es somit helfen, den natürlichen Schutz der Haut durch gute Bakterien zu bewahren oder wiederherzustellen. Neuere Untersuchungen legen nahe, dass auch Bakterien, die in geringen Mengen auf der Haut vorhanden sind, eine wichtige Rolle spielen. So scheinen Bakterien der Gruppe Gammaproteobakterien, die nur etwa drei Prozent der Hautflora ausmachen, einen starken Schutz vor Allergien zu bewirken. Gammaproteobakterien sorgen für eine gesunde, gut geschlossene Barriere der Haut. Die guten Bakterien kommen im Boden und auf der Vegetation vor, sie wurden einer finnischen Studie zufolge unter anderem auf Graspollen nachgewiesen.

Untersucht wurden 118 Heranwachsende, die seit ihrer Kindheit in einer Kleinstadt oder auf dem Dorf wohnen. Das Ergebnis zeigte, dass Biodiversität im langjährigen Lebensumfeld die Zusammensetzung der Hautflora positiv beeinflusst. Es gab weniger Allergien in der Umgebung von Wäldern und landwirtschaftlichen Nutzflächen. In den Gärten der gesunden Teilnehmer fanden sich deutlich mehr seltene Blütenpflanzen als in den Gärten von Allergikern. Siehe auch: PNAS vol. 109, p. 8335 (2012).

Natürliche Vielfalt ist gut für gesunde Haut
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