Bakterien und ihr positiver Einfluss auf den menschlichen Körper

Bakterien im Darm: 100 Billionen Freunde Körper, Verdauung

Bakterien im Darm: 100 Billionen Freunde. Bacteria in the gut

Bakterien im Darm sind nicht nur Verdauungshelfer, sondern wichtig für die Gesundheit des gesamten menschlichen Körpers. Darauf weist der Autor Hanno Charisius in seinem Beitrag „100 Billionen Freunde“ in der Wochenzeitung DIE ZEIT hin. 100 Billionen Bakterien und andere Mikroorganismen finden sich Schätzungen zufolge in jedem Menschen, und zwar vor allem im Darm. „Eine Wohngemeinschaft für Mikroben“, die wichtig für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden sind, jedoch unter einem „Imageproblem“ leiden: Weil einige wenige Bakterien oder Keime tatsächlich krank machen können, werde die Mikroflora in großem Stil mit Desinfektionsmitteln und Antibiotika bekämpft. Diese vernichten aber auch die guten und gesunden Bakterien im Darm und „stören das fein austarierte Gleichgewicht im Ökosystem Darm“. Nach Meinung von immer mehr Ärzten und Wissenschaftlern könne das ein Auslöser von Allergien oder Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Leiden, Autoimmunkrankheiten oder Krebs sein.

Vor allem falsche oder übermäßige Ernährung (viel Fett, wenig Ballaststoffe) reduziere Studien zufolge die Artenvielfalt in der Darmflora. Schädliche Bakterien können sich dadurch vermehren, von den gesunden Bakterien im Darm sind dann nicht mehr genügend da, um die Gesundheit im Verdauungstrakt und damit das Immunsystem des gesamten Menschen aufrecht zu erhalten. „Es gibt genug Hinweise auf eine Verbindung zwischen chronischen Krankheiten und unseren Darmmikroben“, zitiert der Autor den irischen Mikrobiologen Kieran Tuohy.

Die Darmbakterien zeigen sich dabei gegenüber der Ernährung flexibel: Nur einen Tag dauere es, bis sich die Darmflora an eine neue Ernährung angepasst hat. „Strömt vorwiegend pflanzliche Nahrung durch den Verdauungstrakt, vermehren sich Fasern und Kohlenhydrate liebende Bakterien. Ist es hauptsächlich Kost tierischen Ursprungs, dominieren Mikroben, die Proteine und Fett zerlegen können.“ Je nachdem welche Bakterien-Art überwiege, liefere sie unterschiedliche Stoffe an den Körper.

Wie die optimale, auf eine gesunde Darmflora ausgerichtete Ernährung aussieht, lasse sich noch nicht im Detail sagen. „Naheliegend wäre aber, den Mitbewohnern das zu geben, woran sie sich im Laufe von Millionen Jahren gemeinsamer Evolution mit dem Menschen gewöhnt haben“, so Charisius. Als eine Möglichkeit nennt er fermentierte Lebensmittel wie Kefir, Joghurt oder Sauerkraut. Wie genau welche Bakterien untereinander und im Zusammenspiel mit dem Menschen wirken, wird weiter erforscht. Dass jeder Mensch die positive Gesundheitswirkung seiner Darmflora selbst beeinflussen kann, scheint aber offensichtlich. Ein Grund mehr, Bakterien im Darm als Freunde und nicht als Bedrohung zu sehen.
(Link zum Beitrag: http://www.zeit.de/2014/12/mikrobiom-bakterien-darm)

Bakterien im Darm: 100 Billionen Freunde
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